Anfang Oktober 2025 war ich sehr motiviert und hatte zum Beispiel richtig Lust darauf, an Halloween was Cooles zu veranstalten. In meinen Social Walks wollte ich eine Routine festigen, um die Walks in Zukunft noch wertvoller für euch zu gestalten und die Gruppenstunden sollten sich ebenfalls etablieren.
Während mein Kopf also Feuer und Flamme war, sah mein Körper das etwas anders. Durch einen leichten Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule im Alter von 12 Jahren gehörten Rückenschmerzen für mich immer mal wieder dazu. Nach meinem Reitunfall 2020 habe ich allerdings mehr darauf geachtet, wie ich mit meinem Körper umgehe und auch entsprechende Übungen für mehr Stabilität gemacht. Anfang 2024 hatte ich eine starke Erkältung mit Rückenschmerzen. Im Sommer 2024 gab es noch eine Phase mit Hüft- und Fußschmerzen. Ab November 2024 waren Rückenschmerzen dauerhaft vorhanden und es folgten weitere ernstzunehmende Symptome.
Ich war zumindest einmal beim Arzt, aber ich habe die Symptome selbst nicht wirklich ernst genommen und die Tipps haben nicht viel geändert. Eine erneute Abklärung habe ich dann immer vor mir hergeschoben und mich im Alltag mit den Symptomen arrangiert. Das Jahr 2025 hat mich so sehr gefordert, dass ich leider immer wieder Abstriche bei meiner eigenen Gesundheit gemacht und meine Schmerzen nicht ernstgenommen habe.
Im Oktober war damit aber Schluss. Ich hatte noch einen Social Walk und einen Einzeltermin, beides nur mithilfe von Schmerzmitteln möglich. Dann ging nichts mehr. Schmerzen im unteren Rücken, im Gesäß und im rechten Bein. Sitzen ging gar nicht mehr, Liegen nur auf der linken Seite und solange meine Hüfte das mitgemacht hat. Mein rechtes Bein schmerzte, während ich gleichzeitig eine Taubheit feststellte.
Ich hoffte irgendwie noch darauf, dass sich das schon wieder richtet, wenn ich mich etwas schonte. Gleichzeitig durchforstete ich das Internet nach einer Lösung oder zumindest einer Antwort, was da bei mir loswar. Außerdem wurde ein Termin beim Hausarzt vereinbart. Auf dem Weg dorthin überzeugte meine Mutter mich jedoch davon, dass wir direkt in die Notaufnahme fahren, da sie die Notwendigkeit einer Röntgen- oder MRT-Untersuchung richtig erkannte.
Diagnose: großer rechts mediolateraler Prolaps von ca 13mm Tiefe und ca 20mm Breite mit Kompression der rechten Wurzel S1 und Ausbildung einer moderaten spinalen Stenose
Also ein ausgeprägter Bandscheibenvorfall, bei dem Bandscheibengewebe nach hinten-rechts in den Wirbelkanal austritt, Druck auf die rechte Nervenwurzel ausübt und den Wirbelkanal verengt, so dass auch das Rückenmark zusammengedrückt wird.
Operation dringend empfohlen.

Die unteren drei Bilder sind 6 Wochen nach der Operation entstanden und man kann erkennen, dass das Rückenmark nicht mehr abgedrückt wird.
Ich wusste schnell, dass ich mich operieren lassen möchte. Bisher habe ich Narkosen immer sehr gut vertragen und ich konnte mir nicht vorstellen, dass ohne Operation eine Besserung möglich wäre – dafür waren die Schmerzen zu stark. Die Zeit im Krankenhaus war aus verschiedenen Gründen sehr belastend und hat mir viel abverlangt, aber die OP verlief gut und ich konnte schnell wieder nach Hause.
An dieser Stelle möchte ich all den lieben Menschen in meinem Umfeld danken, die mich unterstützt haben! Durch Fahrdienste, mentale Unterstützung, Einkäufe erledigen, Katze versorgen, liebe Worte und Gedanken und noch so viele kleine und große Dinge.
Ich bin sehr dankbar, dass ich euch im Leben habe!
6 Wochen lang hieß es: so wenig Belastung im Rücken, wie möglich. Die Gefahr eines erneuten Bandscheibenvorfalls war zu gro´ß und mein Körper brauchte die Zeit, um zu regenerieren. Leider führte das aber auch dazu, dass ich viel ins Grübeln kam. Schon im Krankenhaus bemerkte ich immer wieder, dass ich den Tod meines Bruders emotional noch gar nicht wirklich an mich heran gelassen hatte. Ich habe mich abgelenkt und beschäftigt gehalten und mir selbst eingeredet, dass es in Ordnung ist.
Durch diese Zwangspause kam ich nun wirklich im Trauerprozess an.
Mir ging es zwischenzeitlich psychisch wirklich sehr schlecht. Aber durch die tollen Menschen in meinem Leben und vor allem durch die ganze Arbeit, die ich in den letzten Jahren darin investiert habe, mich selbst besser kennen zu lernen, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und zu erfüllen, konnte ich auch diese Zeit überstehen und den Depressionen erneut den Kampf ansagen.
„Manchmal ist es in Ordnung, wenn das Einzige, was man heute getan hat, das Atmen war.“






